Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten

Eberhard Goebel (Hrsg.)
Bellermann – Famulla – Flaig – Goebel – Haderlein – Herbert – Hopp – Larrá – Lidke – Roßbach – Scheitz – Seehausen
ISBN: 978-3-930985-10-1
Einzelpreis: 29,70 Euro
274 Seiten

Kurzbeschreibung
Dieses Fachbuch stellt die Möglichkeiten und Inhalte von Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen unter den aktuellen Anforderungen der Gesellschaft und den Herausforderungen der Betriebswirtschaft dar. Das Buch beinhaltet einzelne, selbständige Beiträge von Experten auf ihren Gebieten. Einzelne Methoden werden genau aufgezeigt und an Beispielen erläutert. Es hat sowohl für Anwender in KiTas als auch für Fachberater und betriebswirtschaftliche Entscheidungsträger einen hohen Praxiswert.

Autoren und Inhaltsübersicht

Dr. Harald Seehausen:
KiTas und Familien im Spannungsfeld zwischen Pädagogik und Ökonomie

Prof. Dr. Martin Bellermann:
Pädagogische Arbeit als soziale Dienstleistung: Qualitätsmerkmale zwischen Ökonomie und Politik

Dr. Franziska Larrá:
Aspekte der Qualitätssicherung in KiTas – Eine Zusammenstellung aus praktischer Perspektive

Alexander Herbert:
Zieldefinition und Umsetzungsprozesse des Qualitätsmanagements in KiTas

Werner Flaig, Ralf Haderlein:
Qualitätsmanagement im Kontext von Caritas – Das Projekt CoLibri QMelementar ( Wie verträgt sich die ISO-Zertifizierung mit der kirchlichen Weltanschauung )

Frank Peter Hopp:
Sind zufriedene Kunden mit guter Ergebnisqualität gleichzusetzen?
– Die Rolle der Außenperspektive im Qualitätsmanagement von KiTas

Prof. Dr. Günther Roßbach:
Instrumente zur Messung der pädagogischen Qualität in KiTas

Eberhard Goebel:
Produktdefinition als Instrument zur Handhabung von Qualität und Quantität

Dietmar Lidke:
Wirkungsorientierte Produkte für das Qualitätsmanagement
– Ein Erfahrungsbericht der Stadt Rüsselsheim

Alfons Scheitz:
Neue Zeiten ?!  Vom Gleichgewicht der Kräfte in Veränderungsprozessen am Beispiel der Einführung eines Jahresarbeitszeitsystems in KiTas

Prof.Dr. Gerd-E. Famulla:
Ökonomie und Qualität beim Management sozialer Dienstleistungen

Vorwort des Herausgebers
Die Verbesserung der Effektivität eines Dienstleistungsbetriebs beinhaltet stets zwei Aspekte. Einerseits soll eine bestimmte Dienstleistung mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreicht werden. Qualifizierte betriebswirtschaftliche Instrumente wie beispielsweise die Kosten- und Leistungsrechnung dienen dabei als Werkzeug, um freie Kapazitäten und Optimierungspotentiale zu erkennen.  Andererseits soll mit einem bestimmten Budget oder Haushaltsansatz die Qualität und Quantität der Dienstleistungen vermehrt werden. Auch hierzu bedarf es eines bestimmten qualifizierten Instrumentariums.

Reformprozesse zur Steigerung der Effektivität sollten stets auf das eine oder andere Ziel ausgerichtet sein. Es können nicht beide Ziele gleichzeitig verfolgt werden, sondern nur nacheinander. In jahrelanger Tätigkeit der Schulung und Beratung habe ich immer wieder auf das Ziel der finanzwirtschaftlichen Effektivitätssteigerung hingearbeitet. Dabei wurde mir stets von den Pädagogen die Frage gestellt, was sie bzw. die Einrichtungen denn von finanzwirtschaftlichen Erfolgen der Effektivitätssteigerung zu erwarten haben. Welchen Nutzen haben die Einrichtungen von dem Einsatz der Betriebswirtschaft ?  Zu dieser Frage gibt es zwei verschiedene Antworten. Einmal steht es im Interesse der Träger der Einrichtungen oder dahinterstehender Zuschussgeber, ihren Zuschuss zu minimieren. Sofern das volle Potential der finanzwirtschaftlichen Erfolge aus den Einrichtungen abgezogen wird, liegt der Nutzen ausschließlich beim Träger bzw. Zuschussgeber.
Die überwiegende Mehrzahl der Träger von Kindertagesstätten beabsichtigt jedoch, die freien Mittel nicht völlig abzuziehen, sondern den Einrichtungen die Mittel teilweise oder vollständig zur Verbesserung ihres Dienstleistungsangebots zu überlassen.  Somit können den Einrichtungen aus betriebswirtschaftlichen Reformprozessen zusätzliche Ressourcen zur Leistungssteigerung erwachsen und verbleiben. Ist dies nicht der beste Grund, um sich auch in den Kindertagesstätten mit der Betriebswirtschaft zu beschäftigen? 

Damit ist die Betriebswirtschaft letztendlich ein Mittel zum Zweck der Qualitätssteigerung. Dieses eigentliche Ziel der Qualitätssteigerung mit bestimmten Ressourcen bedarf natürlich eines anderen Handwerkszeugs und eigener Reformorganisation.  Das Qualitätsmanagement bietet hierzu das maßgebliche Instrumentarium.
Das Qualitätsmanagement ist jedoch kein einheitliches Werkzeug, es hat keine einheitliche Philosophie und Ausrichtung, sondern unter diesem Oberbegriff werden mit der allgemein gleichen Zielrichtung der Qualitätsverbesserung ganz unterschiedliche Wege beschritten und unterschiedliche Methoden angewandt.
Unter der Zielsetzung der Qualitätsverbesserung muss demnach zuerst eine Auswahl getroffen werden, welche Ausrichtung des Qualitätsmanagements verfolgt werden soll. Genau für diese erste Entscheidung beinhaltet das vorliegende Fachbuch eine Entscheidungs- und Argumentationshilfe.  Es soll im Vorfeld von Reformprozessen und bei Verzögerungen im Reformprozess Anhaltspunkte für die eigene Verfahrensweise geben. Die Bandbreite des Qualitätsmanagements und dessen Instrumentariums ist groß. In diesem Fachbuch werden von unterschiedlichen Autoren einzelne Beiträge geleistet. Von der Notwendigkeit des Qualitätsmanagements, über die Vorstellung einzelner Methoden und Philosophien, bis zu Darstellungen einzelner organisatorischer Instrumente, Messverfahren und Erfahrungsberichte, werden in einzelnen Beiträgen unterschiedliche Aspekte beleuchtet. Es gilt, nicht unter dem roten Faden einer einzelnen Methode ein durchgängiges Verfahren aufzuzeigen, sondern die Bandbreite des Möglichen und einige praxisrelevante Vorgehensweisen zu beleuchten. Hierfür gilt mein Dank den engagierten Autoren der einzelnen Beiträge.